Der Naturhafen erschließt den Gästen die Donau zur eigenen individuellen Nutzung. In Freizell hat der Zillenbauer Anton Witti ein Biotop unmittelbar an der Donau mit Ausfahrtsmöglichkeit in das Flussbeet der Donau errichtet. Das Biotop bietet seltenen Donaufischen und vielen Kleinlebewesen sowie Donaupflanzen jenen unverzichtbaren Lebensraum und geschützte Laichplätze, wie sie bis zum Donaurückstau Ende der 50er Jahre noch natürlich vorhanden waren.

Im Biotop sind auch ca. 30 Zillen verheftet. Die Holzzillen, werden vom Bootsbauer Anton Witti eigenhändig hergestellt. Interessierte können im Bootsbaubetrieb Witti auch persönlich erleben, wie eine Holzzille gebaut wird. Es gibt nur mehr wenige Zillenbauer, die dieses alte Handwerk noch aktiv ausüben. Anton Witti in Freizell ist einer von drei verbliebenen Betrieben in Österreich. 

 

Die Gäste haben die Möglichkeit, nach einer entsprechenden Einweisung durch den Bootsbauer, selbst die Donau zu befahren. Ein Motor hilft dabei, natürlich kann von geübten Wasserratten auch gerudert werden. Viele an der Donau liegende Gaststätten, Attraktionen und Sehenswürdigkeiten warten auf die Zillenfahrer und können individuell erlebt werden.

 

Sie können auch eine eigene Holzzille erwerben und beim Zillenbauer Anton Witti einstellen.

 

Das Ausleihen der Zille erfolgt stundenweise, halbtags- oder ganztags.

 

Ein unvergessliches Erlebnis!

Erste Probefahrt mit der Zille Anfang April - Simone und Maximilian Falkner
Simone Falkner mit Viktoria und Emilia
Blick von der Zille zur Ruine Haichenbach hinauf

 

Genaue Informationen und aktuelle Preise finden Sie hier - www.zillenhafen.at

 

Was ist eine Zille?

Zillen haben einen flachen Boden und gerade Seitenwände, die vorne zumeist spitz zulaufen. Je nach Zillentyp läuft auch das Heck entweder spitz zu, ist breit oder (seit einigen Jahrzehnten) sogar als Spiegel für den Motorbetrieb angelegt. Die Zille liegt mit geringem Tiefgang im Wasser und ist relativ kippstabil. Kleine Zillen werden mit sogenannten "Stechrudern", Paddeln mit einer gegabelten Eisenspitze, gelenkt und angetrieben. Große Zillen verfügten vorn und achtern über längs der Fahrtrichtung angebrachte lange Ruderbäume sowie seitlich über sogenannte "Nauzüge", die vor allem beim An- und Ablegen gebraucht wurden.

Der Bootstyp der Zille wird auch heute noch als Arbeits-, Fischer- und Freizeitboot eingesetzt. Nach wie vor werden sie aus Nadelhölzern gebaut, hauptsächlich Lärche und Fichte. In unserer Gemeinde gibt es noch traditionsreiche Produktionsstätten. 

 

Traditionsbetrieb Anton Witti

Seit 1738 fertigt die Familie Witti Zillen. Die hier hergestellten Baugrößen liegen um 4 bis 12 Meter Schiffslänge, in Ausnahmefällen jedoch weit darüber. Es werden einige fixe Zillen-Typen angeboten, wie etwa die Feuerwehrzillen mit genormten Abmessungen. Alle übrigen Zillen sind Sonderanfertigungen und für den jeweiligen Einsatzzweck maßgeschneidert. In dieser Flexibilität liegt noch heute die Stärke dieses Bootstyps. Bedingt durch die einfache Bauart herrscht, verglichen mit neuzeitlichen Konstruktionen, ein sehr günstiges Preis-Leistungsverhältnis vor. Die sprichwörtliche Robustheit der Zillen bietet gute Chancen für den Weiterbestand dieser traditionellen Wasserfahrzeuge.

  

Fotos: Landhotel Falkner