SCHWARZENBERGISCHER SCHWEMMKANAL
Heute ein Rad- & Wanderweg mit 0,2% Gefälle!
Der Urwald im Norden - Das ungenützte Reservoir
"Der massive Waldrücken, der sich zwischen den Tälern der Moldau und der Großen Mühl nordwärts schiebt, heißt seit Menschengedenken auf allen Landkarten "Böhmerwald,....."
Dies ist die Einleitung einer Pflichtlektüre, will man Wesen und Geschichte dieses Landstriches verstehen.
Joseph Rosenauer schuf das heimliche Weltwunder "große Holzschwemm-Anstalt" und machte es möglich, dass die Fürsten zu Schwarzenberg endlich die gewaltigen Holzressourcen "ihres" Böhmerwalds nutzen konnten, um unzählige Wiener Haushalte mit Brennholz zu versorgen!
Kühne Idee, genialer Plan: "Holz für Wien"
1774 legt Forstingenieur Josef Rosenauer seinem Arbeitgeber, dem Fürsten Schwarzenberg, einen genialen Plan vor. Mittels eines Kanals sollte Holz vom Böhmerwald zur Großen Mühl geschwemmt werden, weiter zur Donau, zum Weitertransport nach Wien, denn die Reichshauptstadt war enorm gewachsen und Brennholz knapp geworden.
Mit einfachsten technischen Mitteln begann Rosenauer mit der Vermessung und Planung des kühnen Vorhabens. Die Pioniertat bestand in der Überwindung der kontinentalen Wasserscheide (Rosenhügel/Koranda, 790 m) zw. Donau und Moldau durch einen künstlichen Wasserweg. Durch ein System von 27 Zuflussbächen, 3 künstlichen und eines natürlichen Wasserreservoirs sollte das Wasser gerade im Fluss gehalten werden, um so die Holzscheite über die Wasserscheide zu triften. 1789 wurde mit dem Bau begonnen. 1824 konnte das kleine Weltwunder mit einer gesamten Länge von 51,9 km vollendet werden.

